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VERGEWISSERUNGEN

Aus den Erfahrungen des Auf-sich-selbst-geworfen-Seins und der physischen Kontaktlosigkeit, auch der Zwang zur Digitalisierung und Virtualisierung spielte eine Rolle, entwickelt sich das Jahresprogramm 2021 – es trägt den Arbeitstitel Vergewisserung. Alle Künstler:innen haben die vergangenen Schließungen der Kultureinrichtungen auf unterschiedliche Weise erlebt. Wir alle haben ein schwieriges Jahr hinter uns und noch Monate des Surfens auf der Pandemiewelle vor uns. Deshalb: Vergewisserung. Wir alle müssen uns mehr als sonst unseres Tuns, dessen Notwendigkeit, Vertretbarkeit und Sinnhaftigkeit vergewissern. Die Kunst wird selten Handlungsanweisungen geben. Aber Künstler:innen stellen auf jeweils eigene Weise Fragen.

Wir beginnen mit der jungen Künstlerin Marlene Bart. Ihre Vergewisserung gilt den Aufbewahrungs-, also Erinnerungskonzepten. Mit „Taxa & Theater of Memory“ verwischt sie die Grenze zwischen naturwissenschaftlichem und künstlerischem Handeln. Die schon für 2020 geplante Ausstellung von Hans Peter Litscher folgt. Litschers Arbeiten ist ein Arbeiten an der Erinnerung, ein Recherchieren und Verdichten von Vorhandenem, ein Vergewissern der Erinnerung auf dem Boden der Gegenwart. Korrespondieren die Ausstellungen, gibt es Gemeinsamkeiten – Mnemosyne hat viele Gesichter.

Die Berliner Klangkünstlerin katrinem erinnert an ein fast verlorenes Geräusch auf den Straßen und sucht den Dialog mit der Stadt. Für uns in diesem Jahr durch eine besondere Performance von den Rändern ins Zentrum. Peter Strickmann hat über Zeiten unmöglicher performativer Auftritte hinweg einen Dialog mit sich in Zeichnung und Klangereignis entwickelt. Seine Ausstellungszwiesprache changiert zwischen Selbstvergewisserung und Handlungsanweisung.

Schon im ersten Quartal scheint im Projektraum auf, was Mitte des Jahres und in der zweiten Hälfte Gewicht erhält: Schrift, Zeichen, Symbol – Zutaten der Erinnerung und der Hinterfragung, der Interpretation und der Propaganda. Eine große Gruppenausstellung um das Künstlerinnenkolletiv SPRING – Graphic Novel, Comic und serielle Geschichten – erhält im Projektraum „Trabanten“, mit denen der mediale Horizont an die Grenzen gebracht wird. Den Abschluss des Jahres fassen wir mit Thomas Günther, einem Zeichner, der die zartesten Zeichnungen aufs Papier und krudestes „Gekritzel“ an die Wand bringen kann. Noch einmal, auf ganz andere Weise wird sich die Kunst ihrer selbst zu vergewissern suchen. Es ist ein Jahr der Erzählkunst, deren Vergewisserung immer die Erinnerung ist, aus der Neues entspringt.

So rüsten wir uns auf ein zweites pandemisches Jahr und freuen uns auf Ihre Begleitung

 

 

Ausstellung

Donnerstag,

28. Januar

20:00 Uhr